Belastende Geburtserfahrungen mit der I.B.T.®-Methode aufarbeiten

Deine Schwangerschaft, die Geburt und/oder die Zeit danach verlief anders als du es dir gewünscht hast.
Vielleicht haben dich in der Schwangerschaft Ängste, Sorgen und innere Anspannungen belastet. Vielleicht hast du dich während der Geburt hilflos und überwältigt gefühlt. Oft erzählen Mütter im Nachhinein, dass sie sich nicht gesehen, gehört und ernst genommen gefühlt haben, dass sie allein gelassen wurden und bei Entscheidungen nicht mitgenommen wurden. Das ist häufig das, was im Nachhinein als Ohnmachts- und Überwältigungserfahrung weitergehend belastet.
Vielleicht kam es auch nach der Geburt zu einer schmerzhaften Trennung zwischen dir und deinem Kind, weil es einem von euch körperlich nicht gut ging und medizinische Maßnahmen notwendig waren.
Auch wenn jetzt „alles gut“ sein sollte, kann es sein, dass dich oder dein Kind diese Erinnerungen nicht mehr loslassen, auch wenn die Geburt vielleicht schon mehrere Monate oder gar Jahre her ist.
Wenn du daran denkst, spürst du ein Gefühl der Traurigkeit oder eine große Wut…oder du vermeidest darüber nachzudenken.
Auch bei deinem Kind kann eine belastende Erfahrung rund um die Schwangerschaft und Geburt tiefe Spuren hinterlassen. Dein Kind zeigt dies vielleicht durch eine erhöhte Schreckhaftigkeit, Einschlaf- und/oder Durchschlafprobleme, durch unruhiges Verhalten, Regulationsschwierigkeiten, Trennungsängste, panisches Weinen, starke Wutanfälle oder ähnliches.
Was ist genau die I.B.T.®-Methode?
I.B.T.® ist eine integrative bindungsorientierte Methode zur Traumaintegration.
Katrin Boger hat diese Methode entwickelt, bei der sie sich an Elementen der Verhaltenstherapie, der Tiefenpsychologie sowie an bindungsbasierten Elementen, an körpertherapeutischen Elementen und an bewährten Methoden aus der Traumatherapie (insb. EMDR) orientiert. Dabei geht es um die Verarbeitung belastender Ereignisse mit Hilfe einer bilateralen Stimulation.
Diese Methode ist eine der wenigen, die auch schon direkt bei einem Baby angewandt werden kann. (Man findet zahlreiche Videos und Beiträge von Katrin Boger im Internet, in denen sie ihre Methode ausführlich vorstellt, gerne mal reinschauen.)
Eine bilaterale Stimulation bezeichnet eine Technik, bei der durch Links-Rechts-Reize (visuell, auditiv oder taktil) in einem recht schnellen Rhythmus zwischen rechts und links gewechselt wird und somit die Gehirnhälften beide aktiviert werden, was das Gehirn darin unterstützt, belastende Erinnerungen zu verarbeiten. Euch ist wahrscheinlich bekannt, dass Verarbeitung vom Erlebten täglich auch im Schlaf geschieht. In der sogenannten REM-Phase kann man manchmal beobachten (gerade bei Babys häufig noch sichtbar), dass sich die Augen schnell von rechts nach links und umgekehrt bewegen. Dies ist der gleiche Mechanismus.
Ich verwende in meiner Praxis schnelle Augenbewegungen und auch EMDR-Geräte, die ihr in der Hand haltet und die vibrieren. Bei den Kindern und Babys wird vor allem an den Waden geklopft.
Jüngste Forschungen zeigen, dass Kinder von Geburt an ihre Umwelt ganzheitlich wahrnehmen, spüren und erleben und bereits pränatal über ein Sprachverständnis verfügen. Ihre Erinnerungen sind noch unbewusst ohne zeitlich-räumliche Struktur. Sie werden im Körpergedächtnis abgespeichert und zeigen sich somit in emotionalen und körperlichen Zuständen. Somit ist es wichtig, die Körperspannungen, die ein Baby oder Kleinkind zeigt, wahrzunehmen und zu verstehen.
Wie genau läuft eine Behandlung bei mir ab?
Nach einem ersten Kontaktgespräch/Austausch (gerne telefonisch, per Mail oder auch persönlich in meiner Praxis) findet ein erster Termin mit dir als Mutter (oder Vater) oder mit euch als Paar statt, in dem wir uns gemeinsam die Belastungen rund um Schwangerschaft, Geburt und die Zeit danach anschauen und dann gleichzeitig auch die Ressourcen, die in diesem Zusammenhang auftauchen, bewusst machen. Diese sind ein wichtiger Anker in der Verarbeitung. Dabei bleiben wir bewusst an der Oberfläche und „im Kopf“.
Bei einem weiteren Termin schauen wir uns dann tiefergehend die Belastungen bei dir als Mutter oder Vater an. Wir schauen uns das, was du erlebt hast, bewusst aus der Distanz an – wie einen Film, den wir jederzeit stoppen können. Du hast die Fernbedienung in der Hand und jederzeit die Kontrolle darüber, was passiert. Dabei geht es auch um die dazugehörigen Gefühle. Wenn eine Belastung kommt, „wird der Film gestoppt“ und mit einer bilateralen Stimulation „bearbeitet“ (s.o.), bis die Belastung weniger wird, bestenfalls nicht mehr da ist. So kann sanft die ganze „Geburtsgeschichte“ angeschaut werden.
In einem weiteren Termin bereiten wir dann vor, wie du deinem Baby/Kind von der Schwangerschaft/Geburt/der Zeit danach erzählen kannst, und zwar aus der Sicht deines Kindes, wie es die Belastungen erlebt haben mag.
In einem dritten Termin erzählst du/ihr dann deinem/eurem Kind davon und ich begleite euch dabei und die auftretenden Belastungen werden bei deinem Kind dann – so wie du es vorher selbst erlebt hast – mit Hilfe der bilateralen Stimulation „bearbeitet“.
Das individuelle Erleben von dir und deinem Kind steht im Mittelpunkt. Alles geschieht in einem achtsamen und vertrauensvollen Rahmen, in dem alles sein darf und auch starke Gefühle ihren Platz haben. Ziel ist es, wieder Vertrauen, Ruhe und innere Stabilität zu finden und „Frieden“ mit den gemachten Erfahrungen schließen zu können.

